Elektrotherapie (ET)

Die Elektrotherapie findet meist begleitend zu weiteren physiotherapeutischen Maßnahmen und anderen Therapieformen Anwendung. Dabei wird die Wirkung von elektrischem Strom therapeutisch genutzt. Doch was genau ist die Elektrotherapie, wie wirkt sie, was wird gemacht und wann kommt sie zum Einsatz?

Was ist Elektrotherapie?

Die Elektrotherapie, auch Elektrostimulation, ist eine physikalische Therapieform und als solche Bestandteil der Physiotherapie. In vier Verfahren wird elektrischer Strom zu therapeutischen Zwecken eingesetzt:

  • Gleichstromtherapie (Galvanisation)
  • Niederfrequenztherapie mit Impulsströmen (bis zu 1000 Hertz)
  • Mittelfrequenztherapie mit Wechselströmen (1 bis 100 Kilohertz)
  • Hochfrequenztherapie (über 100 Kilohertz)

Wie wirkt Elektrotherapie?

Der elektrische Strom fördert die Durchblutung und den Stoffwechsel und führt zu einer Erwärmung der Haut wie auch tieferer Gewebeschichten. Muskeln werden angeregt, auch bei Lähmung, Verspannungen gelockert.

Bei der Gleichstromtherapie zeigt sich im Bereich der positiv geladenen Anode eine schmerzlindernde Wirkung, im Bereich der negativ geladenen Kathode eine stimulierende Wirkung. Niedere Frequenzen fördern neben der Muskelaktivität und Durchblutung auch den Lymphfluss zur Körpermitte. Die Behandlung mit Wechselströmen im mittleren Frequenzbereich steigert insbesondere die Ausdauer der dadurch besser versorgten Muskulatur. Bei der Hochfrequenztherapie hingegen werden Verspannungen gelockert und der Stoffwechsel durch die entstehende Wärme beschleunigt, die Heilung von Verletzungen wird unterstützt.

Was wird bei der Elektrotherapie gemacht?

Bei der Elektrotherapie wird der Strom über aufgeklebte oder in Bändern befestigten Elektroden zugeführt. Polung und Platzierung von Anode und Kathode erfolgen in Abhängigkeit von Therapieform- und ziel.

Bei hydroelektrischen Bädern leitet warmes Wasser den Strom. Je nach Bedarf kann ein Hydroelektrisches Vollbad (Stangerbad), ein Hydroelektrisches Teilbad oder das sogenannte Vierzellenbad (für Arme und Beine) zur Anwendung kommen.

Bei der Sonderform der Iontophorese werden geladene Wirkstoffe von Medikamenten durch den Stromfluss tief ins Gewebe befördert. Die Medikamente werden über Salben, Gele und ähnliche Substanzen auf der Haut verteilt, bevor die Elektroden angebracht werden.

Die Therapie wird beendet, indem die Stromstärke langsam runtergefahren wird.

Um Verätzungen oder Verbrennungen zu vermeiden, ist der Therapeut während der gesamten Behandlung anwesend und kontrolliert nach Abschluss auf Hautveränderungen. Gelegentlich kann es zu Herzrhythmusstörungen oder Empfindlichkeit auf Berührung kommen.

Wann kommt die Elektrotherapie zum Einsatz?

Die Elektrotherapie findet überall da Verwendung, wo eine Förderung von Durchblutung, Stoffwechselprozessen und Lymphabfluss eine Verbesserung der Beschwerden bringen kann. Insbesondere die Schmerzlinderung, aber auch die Aktivierung von Muskeln stehen im Vordergrund bei Leiden wie:

  • Durchblutungsstörungen
  • Muskelschwund
  • Lähmung
  • chronischen Entzündungen
  • nicht aktivierter Arthrose
  • Muskelschmerz-Syndrom
  • Schwächung der Beckenbodenmuskulatur mit Inkontinenz

Bei Patienten mit Herzschrittmachern, metallischen Implantaten, Hormonspiralen, offenen Wunden, entzündlichen Hautveränderungen oder frischen Blutgerinnseln sowie in der Frühschwangerschaft darf die Elektrotherapie nicht zur Anwendung kommen. Bei länger andauernden Elektrotherapien wie bei der Behandlung von Schmerzen muss nach zehn Wochen eine Pause von mindestens vierzehn Tagen eingelegt werden.

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